nuw – Zine for Future. Issue No. 1: beginnings

beginnings

Zine for Future
Issue No. 1 — Sommer 2026

Editorial

Befreunde dich mit der Sonne,
berühre Erde mit deinen Händen,
trinke Wasser, esse Pflanzen,
erkenne die Schönheit in allem und
wisse, dass du Natur bist.

Kennst du das? Du scrollst durch deinen Feed und die Welt scheint nur noch aus unlösbaren Krisen zu bestehen. Angst schafft vielleicht Aufmerksamkeit, aber keine Bewegung. Aber wie macht man Hoffnung, wenn man selbst manchmal hoffnungslos ist?

Genau das bedeutet nuw. Der Titel steht für new you und das Neuwerden. Wir wollen in Anfängen denken und nicht in Endzeiten. Wir suchen nach konkreten Utopien, statt uns an der Krise zu berauschen.

Oft glauben wir, Argumente würden die Welt verändern. Dabei sind es Beziehungen, Taten und geteilte Räume, die uns wirklich umdenken lassen. Aus privaten Hoffnungen müssen politische Gründe werden.

Solarpaneel auf einem Mast vor blauem Himmel

Degrowth als Notwendigkeit

Wider dem Mythos
vom grünen Wachstum

Das Märchen vom emissions­freien Wachstum

Seit fast fünf Jahrzehnten verspricht die Politik dasselbe: grünes Wachstum. Effizienter, erneuerbar, zirkulär – und trotzdem immer mehr. Matthias Schmelzer zieht Bilanz und zeigt, warum sich Wachstum nicht schnell genug von Emissionen entkoppeln lässt. Um ein viel verwendetes Bild zu nutzen: Eine wachsende Ökonomie zu dekarbonisieren ist wie der Versuch, eine Rolltreppe herunterzugehen, die permanent hochfährt.

Degrowth ist dabei kein Aufruf zu Verzicht und Rezession, sondern ein Plädoyer für öffentlichen Luxus: eine gute Grundversorgung für alle statt Überproduktion für wenige.

11 %
Emissionsminderung pro Jahr wären laut Sachverständigenrat für Umweltfragen in Deutschland nötig.
< 1 %
pro Jahr betrugen die bisherigen Reduktionen im Durchschnitt.
Luftaufnahme einer Schneezeichnung: Spiralen und Linien aus Schneeschuhspuren auf einem verschneiten Hang mit Lärchen

Mensch, Natur und Kunst

Schneezeichnungen – Briançon, Frankreich

Was bleibt, wenn der Schnee schmilzt oder das Gras verbrannt ist? Zwei künstlerische Positionen, die nicht über die Landschaft arbeiten, sondern mit ihr: vergänglich, körperlich und im Takt der Kräfte, die sie formen.

Sonja Hinrichsen

Sonja Hinrichsen erschafft großflächige Schneezeichnungen, die Winterlandschaften in poetische Naturschönheiten verwandeln. Mit Schneeschuhen und der Unterstützung lokaler Freiwilliger prägt Hinrichsen ihre dynamischen Zeichnungen in den frisch gefallenen Schnee.

Für „We Are The Water“ zeichneten rund 50 Freiwillige den ursprünglichen Lauf des Yampa River nach, dessen Tal heute aufgestaut und überflutet ist. Eine einzige Linie, die sich nicht korrigieren lässt und nach Stunden oder Tagen wieder verweht ist.

„Als die weiten Schneefelder zu riesigen ‚Leinwänden‘ wurden, wurde ich zum ‚Stift‘.“

„Sie ist der Punkt, der spazieren geht.“

Eine Person legt einen großen weißen Papierbogen auf verbrannten Präriegrund, dahinter eine Feuerlinie und Rauch vor blauem Himmel
Konza Prairie, Kansas

Erin Wiersma

Nach den kontrollierten Präriebränden der Konza Prairie in Kansas zieht Erin Wiersma große Papierbögen über den verkohlten Boden. Ruß und Biokohle zeichnen mit, und es entstehen Bilder irgendwo zwischen Zeichnung, Fotografie und Druckgrafik.

Keine Lichtschriften, keine Steinschriften, sondern „Feuerschriften“: Werke, die aus einer uralten und doch sehr gegenwärtigen Tätigkeit hervorgehen.

PXLCAM

PXLCAM Climate Clock Camera

Eine Kamera App im Retro Stil, die sich mit digitalen Daten und Energieverbrauch auseinandersetzt

Jedes Foto wird mit der Live-Climate-Clock versehen, einem Countdown, der zeigt, wie viel Zeit uns noch bleibt, um beim Klimawandel zu handeln.

72×96 px ISO 100

Live von climateclock.world

84 Seiten

Blätter durch das ganze Heft